Website-Seiten realistisch planen
Bei einer neuen oder überarbeiteten Website sagt die Seitenzahl allein wenig über Zeit und Kosten aus. Eine kurze Kontaktseite erfordert weniger Arbeit als eine Leistungsseite, für die Sie Inhalte recherchieren, Bilder auswählen und ein Anfrageformular einrichten.
Legen Sie zuerst fest, welche Fragen die wichtigen Seiten beantworten und welche Aufgaben sie erfüllen. Schätzen Sie danach den Aufwand für Inhalte, Gestaltung, technische Umsetzung und Prüfung. So passt der Zeit- und Budgetplan zum tatsächlichen Umfang.
Seiten nach Nutzeraufgaben auswählen
Mögliche Bausteine sind eine Startseite, eine Leistungsseite oder eine Kontaktseite. Auch Informationen zum Unternehmen können dazugehören. Welche Seiten sinnvoll sind, richtet sich danach, was Besucherinnen und Besucher auf der Website verstehen oder erledigen sollen. Ein Betrieb mit mehreren klar unterschiedlichen Angeboten braucht möglicherweise eigene Seiten dafür. Lassen sich die Angebote einfach zusammenfassen, genügt womöglich eine gemeinsame Seite.
Notieren Sie für jede geplante Seite ihren Zweck. Eine Leistungsseite beantwortet zum Beispiel, was angeboten wird, für wen es gedacht ist und wie Interessierte den nächsten Schritt machen. Eine Kontaktseite sollte die passenden Kontaktwege nennen und erklären, was nach einer Anfrage geschieht. Diese kurze Beschreibung hilft, unnötige Seiten und doppelte Inhalte zu vermeiden.
Bei einer bestehenden Website lohnt sich vor dem Relaunch eine Bestandsaufnahme. Erfassen Sie, welche Seiten es gibt, welchem Zweck sie dienen und ob die Informationen noch stimmen. Das britische Justizministerium empfiehlt, gemeinsam zu planen, welche Seiten nötig sind, in welchem Format sie erscheinen und welche Aufgabe sie erfüllen. Das Office for National Statistics rät ebenfalls dazu, Nutzerbedürfnisse vor dem Schreiben zu klären und zu priorisieren.
Aufwand pro Seite zerlegen
Die Seitenzahl allein sagt wenig über die nötige Arbeitszeit aus. Planen Sie für jede Seite einzeln, wer Inhalte recherchiert und schreibt und wer Bilder oder Grafiken beschafft. Legen Sie ebenso fest, wer die Seite gestaltet, auf der Website einbaut und anschließend prüft. Formulare oder andere Funktionen brauchen eine eigene Aufwandsschätzung.
Eine ältere Schreibleitlinie nennt als groben Richtwert zwei bis fünf Stunden für neu geschriebene Webtexte und eine bis drei Stunden für die Überarbeitung vorhandener Texte. Dabei ging sie von durchschnittlich 350 Wörtern pro Seite und bereitgestelltem Hintergrundmaterial aus. Die Angaben schließen Gestaltung und technische Umsetzung aus. Auch umfangreiche Recherche und Abstimmung sind nicht enthalten. Verwenden Sie sie daher nur als grobe Orientierung für die Textarbeit.
Beispiel: eine Leistungsseite
Für eine Leistungsseite klären Sie zunächst, welche Fragen Interessierte vor einer Anfrage haben. Danach ordnen Sie die Antworten, schreiben oder überarbeiten den Text und beschaffen nötige Bilder. Anschließend folgen Gestaltung, Einbau und eine Prüfung auf Vollständigkeit und Verständlichkeit. Ein Anfrageformular oder eigens erstellte Grafiken erweitern den Umfang.
Halten Sie für diese Seite auch fest, wer Fakten und Bildmaterial liefert und wer den Text freigibt. Fehlen diese Angaben, lässt sich die Arbeit nicht zuverlässig abschließen. Bei mehreren Seiten können einzelne Aufgaben parallel laufen, doch fehlende Kerninhalte oder eine ausstehende Freigabe blockieren den Starttermin.
Zeitplan mit Freigaben erstellen
Anbieter veröffentlichen unterschiedliche Zeitspannen für Website-Projekte. Diese Angaben stammen von Anbietern und sind keine repräsentativen Branchenmittelwerte.
Nutzen Sie solche Spannen daher als Orientierung und prüfen Sie, welche Aufgaben darin enthalten sind. Ein Projektplan sollte Termine für Inhalte, Gestaltung, Einbau, Feedback und Freigabe sichtbar machen. Legen Sie fest, welche Seiten zum Start fertig sein müssen und welche Person die endgültige Freigabe erteilt. So erkennen Sie früh, ob ein Termin an fehlenden Informationen oder Entscheidungen hängt.
Budget nach Arbeitspaketen berechnen
Ein pauschaler Preis pro Seite ist wenig aussagekräftig, wenn eine einfache Kontaktseite und eine interaktive Leistungsseite denselben Ansatz erhalten. Schätzen Sie stattdessen die Stunden für Konzeption, Texte, Gestaltung, technische Umsetzung und Prüfung. Berechnen Sie dann für jede Aufgabe die Kosten mit dem passenden Stundensatz des Anbieters. Führen Sie Zusatzleistungen wie Bildbeschaffung, Funktionen oder die Übertragung bestehender Inhalte als eigene Posten auf.
Der Freelancer-Kompass 2025 nennt einen durchschnittlichen Stundensatz von 104 Euro für Freelancer insgesamt. Dieser Wert ist kein spezieller Satz für Webtexte, Gestaltung oder Programmierung und eignet sich deshalb nicht als Preis pro Website-Seite. Lassen Sie sich im Angebot erklären, welche Aufgaben enthalten sind. Fragen Sie auch, wie viele Feedbackrunden vorgesehen sind und welche Leistungen zusätzlich berechnet werden. Aus den verfügbaren Daten lässt sich kein allgemeiner, verlässlicher Preis pro Website-Seite für Deutschland nennen.
Website-Seiten vor dem Start prüfen
Eine Seite ist erst nach der Prüfung fertig. Kontrollieren Sie, ob Titel und Überschriften den Inhalt klar benennen, ob der Text gut gegliedert ist und ob Bilder und Formulare verständlich eingebunden sind. Die Web Accessibility Initiative des W3C empfiehlt aussagekräftige Seitentitel und eine klare Überschriftenstruktur. Für längere Inhalte erleichtern Zwischenüberschriften die Orientierung.
Planen Sie neben der Prüfung auch Zeit ein, um gefundene Probleme zu beheben. Prüfen Sie bei mehreren Seitentypen Beispiele für verschiedene Seiten: eine mit viel Text, eine mit Medien und eine mit Formular. Diese Prüfung ersetzt keine rechtliche Beurteilung für Deutschland, hilft aber dabei, Lücken in Inhalt und Bedienbarkeit vor dem Start zu finden.