WordPress oder Substack für Ihren Blog?
Beim Start eines Blogs wählen Sie, wo Ihre Beiträge erscheinen. Außerdem legen Sie fest, wie Leser sie erhalten und wie viel Technik Sie selbst verwalten. Substack verbindet Blog und Newsletter in einer Veröffentlichungsplattform. WordPress eignet sich, wenn Sie eine Website aufbauen und später um weitere Funktionen ergänzen möchten.
Wenn Sie regelmäßig Beiträge per E-Mail verschicken und wenig einrichten möchten, ist Substack ein guter Start. WordPress passt besser, wenn Sie Gestaltung, Funktionen und Website-Struktur stärker selbst bestimmen möchten. Dabei sollten Sie WordPress.com, das Ihre Website hostet, von WordPress.org unterscheiden, dessen Software Sie selbst hosten.
Blog oder Newsletter?
Überlegen Sie zuerst, was Ihr Blog hauptsächlich sein soll: regelmäßige Texte, die direkt im Postfach landen, oder eine Website mit Beiträgen und weiteren Bereichen. Diese Frage hilft Ihnen bei der Wahl mehr als ein bloßer Vergleich der Funktionen.
Substack verbindet Beiträge, Newsletter und kostenpflichtige Abonnements. Empfehlungen anderer Publikationen, Notes und die Substack-App eröffnen zusätzliche Wege, dort entdeckt zu werden. Diese Funktionen bringen aber nicht automatisch neue Leser. Substack veröffentlicht zwar Wachstumszahlen, sie zeigen aber nicht, wie viele Leser ein neuer Blog gewinnt.
WordPress passt, wenn Ihr Blog Teil einer größeren Website werden soll. Es eignet sich auch, wenn Sie Struktur und Gestaltung gezielter festlegen möchten. WordPress.com übernimmt Hosting und bietet Newsletter-Funktionen. Bei WordPress.org betreiben Sie die quelloffene Software mit einem selbst gewählten Hosting-Anbieter. WordPress.org bietet mehr Möglichkeiten, die Website zu erweitern. Updates und Backups müssen Sie aber selbst erledigen.
Was WordPress und Substack kosten
Substack erhebt laut eigener Gebührenübersicht keine Gebühr für die Veröffentlichung. Sobald Sie bezahlte Abonnements anbieten, behält die Plattform 10 Prozent der Einnahmen. Für Zahlungen mit US-Karten kommen laut derselben Übersicht Stripe-Gebühren von 2,9 Prozent plus 0,30 US-Dollar pro Zahlung hinzu. Für wiederkehrende Zahlungen nennt Substack zusätzlich 0,7 Prozent. Die Gebühren bei anderen Zahlungsmethoden und in anderen Ländern können abweichen. Eine eigene Domain kostet laut Anbieter einmalig 50 US-Dollar.
WordPress.com verlangt je nach Tarif unterschiedliche Gebühren für bezahlte Newsletter: 10 Prozent im kostenlosen Tarif, 8 Prozent bei Personal, 4 Prozent bei Premium, 2 Prozent bei Business und 0 Prozent bei Commerce. Dazu kommen Stripe-Gebühren von 2,9 Prozent plus 0,30 US-Dollar pro Zahlung. Der Preis des jeweiligen Tarifs fällt zusätzlich an. Preise und Funktionen hängen unter anderem von Tarif, Währung und Abrechnungszeitraum ab.
Bei WordPress.org ist die Software quelloffen, der Betrieb aber nicht automatisch kostenlos. Sie brauchen einen Webserver und müssen Hosting sowie laufende Pflege einplanen. Die Gesamtkosten hängen davon ab, welche Dienste und Erweiterungen Sie nutzen.
Faustregel: Wenn Sie erst prüfen möchten, ob Leser für Ihre Texte zahlen, können Sie bei Substack ohne Veröffentlichungsgebühr anfangen. Wenn Sie WordPress.com erwägen, vergleichen Sie Tarifpreis und Zahlungsgebühren zusammen. Bei WordPress.org kalkulieren Sie Hosting und Pflege mit ein.
Newsletter oder eigene Website?
Substack ist von Anfang an auf Publikationen und E-Mail-Abonnements ausgerichtet. Sie veröffentlichen Beiträge und können sie an Abonnenten senden. Sie können auch andere Publikationen empfehlen und sich mit ihnen austauschen.
WordPress.com verbindet Website und Newsletter. WordPress.com kann neue Beiträge per E-Mail verschicken und unterstützt laut Plattformangaben unbegrenzt viele E-Mail-Abonnenten. Sie können eine Abonnentenliste importieren und Kennzahlen wie Öffnungs- und Klickraten ansehen. Welche Funktionen verfügbar sind, hängt vom Tarif ab.
WordPress.org lässt sich mit Themes und Plugins erweitern. Themes bestimmen das Aussehen der Website, während Plugins Funktionen ergänzen. So können Sie Ihre Website unterschiedlich aufbauen. Themes und Plugins müssen Sie aber selbst auswählen und pflegen. Beide Anbieter nennen Funktionen zur Suchmaschinenoptimierung. Daraus folgt kein belegbarer Vorteil bei tatsächlichen Suchergebnissen.
Beiträge und Abonnenten übertragen
Ein Wechsel ist möglich, aber ein Export überträgt nicht automatisch alles. Substack ermöglicht den Export von Beiträgen, Abonnentenlisten und zugehörigen Statistiken. Außerdem können Beiträge aus WordPress importiert werden.
Der Standardexport von WordPress.com umfasst geschriebene Inhalte und Verweise auf Bilder. Design, Theme-Anpassungen, Plugins und Mediendateien werden damit nicht automatisch vollständig übertragen. Für eine vollständige Website-Migration beschreibt WordPress.com einen eigenen Weg über ein Migrations-Plugin.
Bei bezahlten Abonnements müssen Sie zusätzlich die Zahlungsdaten bedenken. WordPress.com weist darauf hin, dass beim Import bezahlter Abonnenten nur deren E-Mail-Adressen übernommen werden, nicht die Zahlungsinformationen. Leser müssen ihre Zahlungsdaten auf der neuen Plattform erneut eingeben. Die Abonnements laufen nach dem Export also nicht automatisch auf der neuen Plattform weiter.
Welche Plattform passt zu Ihnen?
Substack passt, wenn Ihr Blog hauptsächlich aus Texten und regelmäßigen E-Mail-Ausgaben besteht, Sie wenig Technik verwalten möchten und die plattforminternen Entdeckungsfunktionen ausprobieren wollen. Rechnen Sie dabei mit der Gebühr von 10 Prozent auf bezahlte Abonnements und den zusätzlichen Zahlungsgebühren.
Wenn Sie eine gehostete Website mit einem Newsletter verbinden möchten, bietet WordPress.com diese Möglichkeit, ohne dass Sie selbst einen Server betreiben. Prüfen Sie vor dem Start, welche Funktionen Ihr Tarif enthält und wie sich Tarifpreis und Zahlungsgebühren auf Ihre Einnahmen auswirken.
WordPress.org passt, wenn Sie mehr Kontrolle über Aufbau und Erweiterungen wünschen und Hosting sowie Wartung selbst organisieren können. Die zusätzliche Flexibilität bringt laufende Aufgaben mit sich, etwa Updates und Backups.