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Wichtelgeschenke finden: lustig, brauchbar und fair

Beim Wichteln zieht jede Person den Namen einer anderen und schenkt ihr etwas Kleines, meist für fünf bis zehn Euro. Die Schwierigkeit liegt darin, dass man die beschenkte Person oft kaum kennt. Trotzdem soll das Geschenk lustig, brauchbar und fair sein. Wer die Spielregeln klärt, neutral auswählt, Humor sparsam dosiert und etwas schenkt, das verbraucht, geteilt oder lange genutzt wird, hat gute Chancen.

Wichteln läuft ähnlich ab, ob in Familien, Freundeskreisen, Büros oder Schulklassen. Weil niemand die gezogene Person gut kennt, sind neutrale Dinge meist besser als stark persönliche Geschenke.

Zuerst die Spielregeln klären

Bevor jemand über Geschenkideen nachdenkt, sollte die Gruppe die wichtigsten Punkte klären. Die Gruppe muss klären: Wer nimmt teil? Ist die Teilnahme freiwillig? Wie hoch ist die Preisgrenze? Wird klassisch, anonym oder als Schrottwichteln geschenkt? Gibt es Ausschlüsse wie Alkohol oder Duftstoffe? Wann und wo findet die Übergabe statt? Darf jemand aussteigen, ohne sich zu erklären? So geht niemand leer aus oder fühlt sich unter Druck gesetzt.

Die Preisgrenze ist wichtiger als ein vermeintlicher Schnäppchenpreis. Ratgeber nennen oft fünf bis zehn Euro, aber das ist keine feste Regel. Alle müssen denselben Betrag kennen und sich daran halten. Eine einfache Einteilung hilft: Bis fünf Euro passt ein einzelner Verbrauchsartikel, bis zehn Euro ein hochwertiger Einzelartikel oder ein kleines Set, bis fünfzehn Euro ein kleines Spiel oder ein langlebiges Küchen- und Büroprodukt. Höhere Beträge sind nur erlaubt, wenn die Gruppe sie ausdrücklich vereinbart.

Die neutrale Auswahlformel

Ein gutes Wichtelgeschenk ist brauchbar, verbrauchbar oder langlebig, leicht humorvoll und fair gekennzeichnet. Ein Gegenstand, den die Person nach kurzer Zeit aufbraucht, belegt keinen Platz in der Schublade. Ein langlebiges Teil, das im Alltag wirklich hilft, bleibt im Gebrauch. Humor kommt über die Verpackung oder einen Spruch, nicht über eine Eigenschaft der Person.

Geeignete neutrale Kategorien sind Tee, Kaffee, Kakao, haltbare Snacks, Schokolade, Kekse, Gewürze und Trockenfrüchte. Dazu kommen kleine Schreibwaren, neutrale Tassen, wiederverwendbare Beutel, einfache Kartenspiele, saisonale Accessoires, feste Seife und kleine Küchenhelfer. Auch gebrauchte Bücher oder Spiele gehen, wenn der Zustand klar beschrieben wird. Nicht geeignet sind Kleidung mit Größenproblem, stark parfümierte Produkte, Alkohol bei unbekannten Vorlieben, politische oder religiöse Motive, Deko mit sehr spezifischem Stil und Dinge, die Haustiere, Kinder oder Partner voraussetzen.

Ideen fürs Büro

Im Büro zählt Fairness mehr als spektakuläre Ideen. Eine Wichtelrunde unter Kolleginnen und Kollegen funktioniert, wenn vorher klar ist, wer teilnimmt und dass niemand mitmachen muss. Besonders in größeren Teams passiert es sonst, dass manche beschenkt werden und andere unerwartet leer ausgehen.

Gut geeignet sind fair gehandelter Tee oder Kaffee, Schokolade mit klarer Zutatenkennzeichnung, ein kleines Notizbuch, gute Stifte, ein neutraler Schreibtischhelfer und eine wiederverwendbare Lunchbox. Ebenso passen Gewürze, ein Kartenspiel für die Mittagspause oder ein Verbrauchsset für die Gemeinschaftsküche. Eine kleine Pflanze ist nur geeignet, wenn Pflegeaufwand und Bürobedingungen passen. Vorsicht bei Hierarchie: Geschenke mit Vorgesetztenbezug, sehr persönliche Botschaften und alles, was den Rangunterschied sichtbar macht, gehört nicht in eine gemischte Runde. Private Wichtelrunden und Geschenke des Arbeitgebers sind zwei verschiedene Fälle. Steuerliche Regeln für Betriebsveranstaltungen gelten nicht automatisch für privat organisiertes Wichteln.

Ideen für die Familie

In der Familie darf das Geschenk persönlicher ausfallen, trotzdem gelten Grenzen. Nicht alle haben denselben Humor, dieselben Essgewohnheiten oder dieselben Vorlieben. Gut kommen Lieblingssnacks, regionale Spezialitäten, Gewürzmischungen, Tee- oder Kakaoset und selbstgemachte Kekse mit transparenten Zutaten. Dazu passen kleine Gesellschaftsspiele, gebrauchte Bücher, kleine Küchenutensilien oder Saatgut für Menschen, die gern gärtnern.

Ein Familienwitz auf einer handgeschriebenen Karte ist harmlos, solange er niemanden vorführt. Bei Kindern gilt es, Altersangaben und Sicherheitshinweise auf der Verpackung zu beachten. Ein lustiger Gegenstand darf keine verschluckbaren Kleinteile, scharfen Kanten oder offenen Batteriefächer enthalten.

Kleine Verbrauchsideen

Verbrauchsprodukte haben einen praktischen Vorteil: Sie nehmen nach der Verwendung keinen dauerhaften Platz ein. Dadurch sinkt das Risiko, dass ein unpassendes Geschenk jahrelang in der Schublade liegt. Zum Genuss eignen sich Tee, Kaffee, Kakao, Schokolade, Kekse, Gewürze, Nüsse, Trockenfrüchte, Fruchtaufstrich und kleine regionale Spezialitäten. Für den Haushalt passen feste Seife, konzentrierte Spül- oder Waschmittel, wiederverwendbare Haushaltstücher und Gewürz- oder Backzutaten. Für den Schreibtisch sind Notizblöcke, Haftnotizen, Stifte, ein Schreibtischkalender und kleine Snacks brauchbar.

Verbrauchsprodukte sind aber nicht automatisch neutral. Lebensmittel können Allergien, Unverträglichkeiten, religiöse Ausschlussgründe oder persönliche Abneigungen berühren. Deshalb zählen gut lesbare Zutatenangaben und eine neutrale Auswahl mehr als ein Überraschungseffekt.

Fair und nachhaltig auswählen

Fair schenken heißt nicht, auf die grüne Verpackung zu schauen. Ein Naturmotiv oder Begriffe wie nachhaltig oder plastikfrei sind für sich allein kein Beleg. Besser ist, Siegel, Zutatenliste und Herkunftsangaben getrennt zu prüfen. Bei Fairtrade-Produkten kann sich die Kennzeichnung auf bestimmte Rohstoffe beziehen. Bei zusammengesetzten Produkten unterscheiden sich Produktsiegel und Rohstoffsiegel, und ein Siegel macht nicht das ganze Produkt in jeder Hinsicht nachhaltig.

Leicht erklärbare faire Kategorien sind Fairtrade-Schokolade, Fairtrade-Kaffee, Fairtrade-Tee, fair gehandelte Gewürze, Nüsse mit nachvollziehbarer Zertifizierung und kleine Textilartikel mit glaubwürdigem Siegel. Auch gebrauchte Bücher oder Spiele und regionale Produkte mit transparenter Herkunft zählen dazu. Umfragen zu Weihnachtsgeschenken allgemein zeigen, dass Qualität und Haltbarkeit für viele Menschen wichtiger sind als ein möglichst niedriger Preis.

Bei der Verpackung gilt: so wenig wie möglich, so viel Schutz wie nötig. Wiederverwendbare Taschen, Beutel, Schachteln, Tücher, Schraubgläser und Dosen ersetzen Geschenkpapier. Auch bereits gelesene Zeitungen oder Zeitschriften eignen sich. Papier mit dem Blauen Engel besteht aus Recyclingpapier und ist nicht mit Aluminium oder Kunststoff beschichtet.

Humor ohne peinliche Nebenwirkungen

Humor lockert die Runde auf, solange er nicht auf Kosten einer einzelnen Person geht. Problematisch wird es, sobald der Witz Eigenschaften kommentiert, die privat, sensibel oder nicht freiwillig gewählt sind. Dazu gehören Gewicht, Aussehen, Alter, Beziehungsstatus, Krankheit, Herkunft, Religion und Sexualität.

Gute Formen sind ein witziger, allgemein verständlicher Aufdruck, eine kuriose Alltagshilfe, ein übertrieben dekoriertes, aber brauchbares Set, eine humorvolle Verpackung oder ein kleiner Spruch ohne Bezug auf Körper, Alter, Einkommen oder Privatleben. Auch eine absurde Kombination aus zwei harmlosen Verbrauchsartikeln funktioniert. Ein Scherzgeschenk bleibt ein Geschenk. Ein Streich zwingt andere zu einer Reaktion und kann im Büro oder in der Familie schnell unangenehm werden.

Wer unsicher ist, fragt sich vor dem Kauf: Würde ich das Geschenk in einer gemischten Gruppe auspacken? Kann die Person freundlich ablehnen, ohne sich zu rechtfertigen? Ist der Witz auch dann harmlos, wenn die Person kaum Humor für sich selbst zeigt? Macht das Geschenk Freude oder nur die Erwartung, dass alle lachen müssen?

Wenn das Geschenk nicht passt

Bei einem kleinen, anonymen Geschenk ist es normal, dass nicht jede Auswahl passt. Umfragen zu Weihnachtsgeschenken zeigen, dass viele Menschen ungeliebte Geschenke zurückgeben, weiterverschenken oder spenden. Das ist kein Scheitern, sondern ein fairer Umgang mit der Sache. Wer empfindliche oder sehr persönliche Dinge verschenkt, legt eine kleine Notiz bei: Wenn es nicht passt, darfst du es gern weitergeben. Damit nimmt die beschenkte Person den Druck, sich für das Geschenk zu rechtfertigen.


Frank Schmidt

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