„Über mich“ oder „Über uns“?
Wenn Sie eine Website für Ihr Unternehmen oder Ihre Selbstständigkeit aufbauen, stellt sich die Frage, ob die Seite „Über mich“ oder „Über uns“ heißen soll. „Über mich“ klingt persönlich, „Über uns“ nach einem größeren Betrieb. Entscheidend ist, wer hinter dem Angebot steht und mit wem Ihre Kunden zu tun haben. Als Faustregel gilt: Einzelpersonen und Freiberufler wählen „Über mich“, Teams und Unternehmen „Über uns“. Oft passen Zwischenlösungen besser als eine starre Wahl.
Wann "Über mich" die richtige Wahl ist
Wenn Sie allein arbeiten und Ihr Name für das Angebot steht, ist die Ich-Form die ehrlichere und wirkungsvollere Perspektive. Kunden, die bei einem Freiberufler oder einer Einzelperson kaufen, wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ein persönlicher Text mit konkreten Details schafft Vertrauen, weil er eine Verbindung herstellt, die ein neutraler Firmentext nicht leisten kann.
Das nennt die Kommunikationswissenschaft parasoziale Beziehung: eine einseitige emotionale Bindung an eine Person des öffentlichen Lebens, einen Influencer oder eine fiktive Figur. Wenn Sie in Ihrem Text von sich erzählen, entsteht bei den Lesern das Gefühl, Sie zu kennen, auch wenn Sie sich nie begegnet sind. Genau dieses Gefühl ist für kleine Anbieter wertvoll, weil es die Hemmschwelle für eine Kontaktaufnahme senkt.
Wann "Über uns" besser passt
Sobald mehrere Personen am Angebot beteiligt sind oder Kunden mit verschiedenen Ansprechpartnern zu tun haben, wird "Über uns" zur ehrlichen Perspektive. Ein Team, eine Agentur oder ein Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern kann nicht glaubwürdig in der Ich-Form sprechen. "Über uns" signalisiert außerdem Stabilität und Größe, was bei größeren Aufträgen oder längerfristigen Geschäftsbeziehungen eine Rolle spielt.
Auch wenn Sie ein Einzelunternehmen führen, aber bewusst wie ein größerer Betrieb auftreten möchten, kann "Über uns" funktionieren. Diese Wahl sollten Sie aber nur treffen, wenn Sie die Erwartung dahinter auch erfüllen können. Wer "Über uns" schreibt, aber alle Anfragen allein bearbeitet, erzeugt beim Kunden eine Erwartung, die der Alltag nicht einlöst.
Beide Perspektiven kombinieren
Viele Websites kombinieren beide Perspektiven, und das ist oft die beste Lösung. Die Startseite oder die Hauptseite trägt die Überschrift "Über mich", wenn eine Person das Gesicht des Angebots ist. Eine separate Unterseite mit dem Team oder den Mitwirkenden kann dann "Über uns" heißen. So bleibt die persönliche Verbindung erhalten, ohne dass die anderen Beteiligten unsichtbar werden.
Ein Beispiel: Eine Grafikdesignerin führt ein kleines Studio und arbeitet mit zwei freien Kollegen zusammen. Auf ihrer Hauptseite schreibt sie "Über mich" und erzählt von ihrem Werdegang. Auf der Unterseite "Über uns" stellt sie das Team vor und erklärt, wer welche Aufgabe übernimmt. So hat der Kunde eine Person, der er vertrauen kann, und weiß zugleich, wer am Projekt beteiligt ist.
Woran Sie die Entscheidung festmachen
Stellen Sie sich drei Fragen, bevor Sie die Überschrift festlegen. Erstens: Mit wem spricht der Kunde bei einer Anfrage? Wenn die Antwort immer dieselbe Person ist, spricht das für "Über mich". Zweitens: Was verspricht die Überschrift? "Über uns" verspricht ein Kollektiv, "Über mich" verspricht eine persönliche Geschichte. Drittens: Wie ist der Rest der Website formuliert? Wenn Ihre Texte durchgehend in der Wir-Form geschrieben sind, wirkt ein einzelnes "Über mich" wie ein Bruch.
Die Perspektive sollte außerdem zur Größe des Angebots passen. Wer allein arbeitet und "Über uns" schreibt, wirkt schnell übertrieben. Ein Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern, das "Über mich" schreibt, wirkt dagegen unvollständig, weil die Leser wissen, dass mehr Menschen dahinterstehen. Die ehrliche Perspektive ist in beiden Fällen die stärkere.