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SEO für etablierte Blogs

Wenn Ihr Blog schon länger Geschenkideen nach Anlass, Beziehung oder Budget sammelt, prüfen Sie zuerst die vorhandenen Beiträge. Suchmaschinenoptimierung (SEO) bedeutet hier: herausfinden, welche Beiträge noch gebraucht werden, welche bessere Antworten brauchen und wie Leserinnen und Leser sie finden.

Jede Seite braucht einen klaren Zweck und passende Links zu anderen Beiträgen. Neue Artikel machen veraltete Inhalte oder Überschneidungen zwischen Beiträgen nicht besser.

Rückgänge in der Google-Suche analysieren

Prüfen Sie Rückgänge nach einzelnen Seiten und Suchanfragen, bevor Sie Inhalte überarbeiten. In der Google Search Console sehen Sie, wie oft Seiten in der Suche erschienen und wie viele Klicks sie erhielten. Google Analytics erfasst dagegen, was Besucherinnen und Besucher nach dem Klick auf der Website tun. Beide Werkzeuge messen verschiedene Abschnitte des Besuchs; Klicks und Sitzungen müssen deshalb nicht übereinstimmen.

Erscheint eine Seite weiterhin gleich oft in der Suche, erhält aber weniger Klicks, prüfen Sie zuerst den Seitentitel und die Vorschau in den Suchergebnissen. Vielleicht passt der Titel nicht mehr zur Suchanfrage oder erklärt den Nutzen des Beitrags nicht klar genug. Gehen sowohl die Sichtbarkeit in der Suche als auch die Klicks zurück, prüfen Sie zusätzlich, ob sich die Nachfrage verändert hat, ob Google die Seite noch in seinen Suchindex aufnimmt oder ob der Rückgang nur ein bestimmtes Thema betrifft.

Vergleichen Sie längere Zeiträume und berücksichtigen Sie saisonale Schwankungen. Google empfiehlt für die Diagnose einen Zeitraum von bis zu 16 Monaten, wenn die Daten verfügbar sind. Bei einem Blog über Geschenke ist etwa ein Rückgang nach einer wichtigen Feiertagsperiode nicht automatisch ein Zeichen für ein SEO-Problem. Aussagekräftiger ist der Vergleich mit einem ähnlichen Zeitraum des Vorjahres.

Für jeden Beitrag die passende Maßnahme wählen

Eine einzelne schlechte Kennzahl sagt nicht, was Sie mit einem Beitrag tun sollten. Entscheidend ist, ob er noch eine konkrete Frage beantwortet und sich sinnvoll verbessern lässt. Ein Beitrag mit Geschenkideen für eine bestimmte Beziehung bleibt zum Beispiel nützlich, wenn Sie passende Vorschläge ergänzen und veraltete Hinweise ersetzen können.

Aktualisieren Sie einen Beitrag, wenn Fakten veraltet sind oder wichtige Erklärungen fehlen. Überarbeiten Sie ihn auch, wenn er nicht mehr zu der Frage passt, die Menschen mit ihrer Suche beantworten wollen. Leserinnen und Leser sollten erkennen können, was sich verbessert hat. Neue Informationen können das zeigen. Auch eine klarere Auswahl oder bessere Erklärungen machen die Änderungen sichtbar. Ändern Sie das Datum nicht, wenn sich der Inhalt kaum geändert hat. Google rät davon ab, Seiten ohne wesentliche Änderungen neu zu datieren oder Inhalte nur hinzuzufügen und zu entfernen, damit sie aktueller wirken.

Wenn mehrere Beiträge dieselbe Frage beantworten, vergleichen Sie zuerst, über welche Suchanfragen Leserinnen und Leser sie finden und welche Inhalte sie bieten. Führen Sie Beiträge zusammen, wenn eine klarere und vollständigere Seite daraus entsteht. Löschen Sie einen Beitrag erst, wenn er keinen eigenen Nutzen mehr hat und sich nicht sinnvoll verbessern lässt. Google empfiehlt, Löschen nur als letzten Schritt zu erwägen. Ein schlechter Platz in den Suchergebnissen reicht allein nicht als Grund.

Interne Links im Blog stärken

Leserinnen und Leser sollten wichtige Beiträge über mindestens einen Link von einer anderen Seite Ihres Blogs erreichen können. Solche Verweise zwischen Seiten desselben Blogs heißen interne Links. Ein klarer Linktext zeigt, wohin der Link führt, und hilft Suchmaschinen, den Zusammenhang zwischen den Seiten zu erkennen.

Verknüpfen Sie etwa einen Übersichtsbeitrag zu Geschenken nach Anlass mit passenden Artikeln zu Geburtstagen, Hochzeiten oder Feiertagen. Die Einzelbeiträge sollten wiederum auf die Übersicht oder auf sinnvolle Ergänzungen verweisen. Eine thematische Übersichtsseite kann dabei als Einstieg dienen, wenn sie tatsächlich Orientierung bietet und nicht nur Links auflistet.

Prüfen Sie ältere Beiträge, die noch hilfreich sind, aber in der Navigation kaum auftauchen. Eine ältere Untersuchung zu Blog- und Nachrichtenartikeln stellte fest, dass die Zugriffe mit der Zeit zurückgingen. Als einen möglichen Grund nannte sie, dass ältere Beiträge auf der Startseite nach unten rutschen. Daraus folgt nicht, dass ihre Platzierung bei Google schlechter wird. Sorgen Sie dennoch dafür, dass Leserinnen und Leser wertvolle ältere Beiträge über passende interne Links finden.

Ähnliche URLs und Seitentitel prüfen

Google fasst Seiten mit gleichem oder sehr ähnlichem Hauptinhalt zusammen und wählt eine URL als bevorzugte Version aus. Diese Adresse heißt kanonische URL. Weiterleitungen und Einträge in der Sitemap helfen Google bei der Auswahl. Auch ein rel="canonical"-Hinweis unterstützt Google dabei. Der Hinweis verpflichtet Google jedoch nicht, diese URL zu wählen.

Prüfen Sie, ob unnötige technische Varianten oder sehr ähnliche Beiträge nebeneinanderstehen. Beispiele sind Druckversionen und URLs mit zusätzlichen Parametern. Zwei Beiträge mit ähnlichem Thema müssen Sie nicht automatisch zusammenführen. Entscheidend ist, ob sie dieselbe Frage beantworten und jeder einen eigenen Zweck hat.

Geben Sie jeder Seite einen eigenen, klaren und knappen Titel. Für den Titel in den Suchergebnissen nutzt Google möglicherweise mehrere Elemente. Dazu gehören sichtbare Überschriften und Texte, die auf die Seite verweisen, ebenso wie der Seitentitel. Eine Änderung wird nicht sofort angezeigt, weil Google die Seite erst erneut abrufen und verarbeiten muss. Strukturierte Daten sind zusätzliche Informationen im Code einer Seite, die Suchmaschinen beim Verstehen des Inhalts helfen. Sie garantieren keine besondere Darstellung in den Suchergebnissen.

Technik nach Bedarf priorisieren

Prüfen Sie bei den meisten Blogs zuerst, ob Google die Seiten in seinen Suchindex aufnimmt, ob die Sitemap stimmt und ob wichtige Beiträge interne Links haben. Googles ausführlichere Hinweise zum Crawl-Budget betreffen vor allem sehr große oder häufig veränderte Websites. Das Crawl-Budget ist die Zahl der Seiten, die Google beim Abrufen einer Website berücksichtigt.

Prüfen Sie auch die Core Web Vitals. Diese Kennzahlen zeigen, wie schnell eine Seite lädt, wie rasch sie auf Eingaben reagiert und ob sich Inhalte beim Laden verschieben. Google nennt als Richtwerte höchstens 2,5 Sekunden, bis der größte sichtbare Inhalt erscheint (LCP), weniger als 200 Millisekunden bis zur Reaktion auf eine Eingabe (INP) und einen Wert für Layout-Verschiebungen unter 0,1 (CLS). Gute Werte verbessern die Nutzung der Seite, ersetzen aber keine hilfreichen Inhalte.

Wirkung nach der Änderung messen

Wenn Sie die Wirkung einzelner Änderungen beurteilen wollen, ändern Sie nicht viele Seiten und technische Einstellungen auf einmal. Notieren Sie, welche Beiträge Sie überarbeitet, stärker intern verlinkt oder zusammengeführt haben. Vergleichen Sie anschließend, wie oft die betroffenen Seiten in der Suche erschienen und wie viele Klicks sie erhielten. Wählen Sie dafür passende Zeiträume und Suchanfragen. Eine Veränderung geht nicht zwingend auf die letzte Bearbeitung zurück. Auch saisonale Nachfrage und Änderungen in der Suche wirken sich auf die Zahlen aus.

Google nennt keinen festen Zeitplan für sichtbare Verbesserungen. Sie können nach Tagen oder erst nach mehreren Monaten auftreten. Auch eine sorgfältige Überarbeitung sichert keinen bestimmten Platz in den Suchergebnissen. Überarbeiten Sie Beiträge deshalb so, dass sie Leserinnen und Lesern besser antworten und das Blogarchiv verständlicher wird.


Frank Schmidt

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