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Die „Über mich“-Seite in 5 Schritten

Auf der „Über mich“-Seite stellen Sie sich persönlich vor: wer Sie sind, was Sie tun und warum. Viele Besucher lesen sie direkt nach der Startseite, um zu entscheiden, ob sie mit Ihnen zusammenarbeiten möchten. Eine gute Seite braucht keine Lebensgeschichte, sondern klare Antworten auf ihre Fragen. In fünf Schritten wird aus der leeren Seite ein Text, der Ihre Arbeit verständlich macht und Vertrauen aufbaut.

Ziel und Zielgruppe festlegen

Bevor Sie einen Satz schreiben, entscheiden Sie, wen die Seite ansprechen soll. Mögliche Kunden, ein Arbeitgeber, Kooperationspartner oder Leser Ihres Blogs stellen unterschiedliche Fragen. Eine Fotografin, die Hochzeiten begleitet, schreibt anders als eine Bewerberin, die sich bei einer Agentur vorstellt. Die Zielgruppe bestimmt, welche Informationen wichtig sind und welche Sie weglassen können.

Legen Sie außerdem fest, was die Besucher nach dem Lesen tun sollen. Sollen sie Sie kontaktieren, einen Termin buchen, Ihren Newsletter abonnieren oder sich Ihr Portfolio ansehen? Schreiben Sie dieses Ziel in einem Satz auf, zum Beispiel: „Die Leser sollen mich anschreiben, wenn sie ein Angebot für ihre Hochzeit suchen.“ Dieser Satz hilft Ihnen später bei jeder Entscheidung über Inhalt und Aufbau.

Passende Inhalte sammeln

Sammeln Sie zuerst Material, bevor Sie formulieren. Notieren Sie, was Sie beruflich tun, für wen Sie arbeiten, welche Ergebnisse Sie erzielt haben und was Ihnen an Ihrer Arbeit Freude macht. Aus dieser Sammlung wählen Sie dann die Fakten aus, die zu Ihrem Ziel und Ihrer Zielgruppe passen. Eine lückenlose Auflistung aller Stationen ist selten hilfreich. Drei gut gewählte Beispiele wirken stärker als eine lange Aufzählung.

Konkrete Angaben sind besser als allgemeine Beschreibungen. Statt zu schreiben, Sie seien kreativ und zuverlässig, nennen Sie ein Projekt und dessen Ergebnis. Ein Satz wie „Ich habe den Online-Shop eines Mittelständlers neu aufgebaut und die Verkaufszahlen gesteigert“ sagt mehr als jedes Adjektiv. Denken Sie auch darüber nach, was Sie von anderen in Ihrem Bereich unterscheidet. Das kann eine besondere Arbeitsweise, ein spezielles Thema oder eine ungewöhnliche Kombination aus Fähigkeiten sein.

Die Seite klar strukturieren

Eine bewährte Struktur führt die Leser in drei Schritten durch die Seite. Am Anfang steht ein kurzer Einstieg, der sagt, wer Sie sind und was Sie tun. In der Mitte folgen Ihre Geschichte, Ihre Erfahrung und Belege für Ihre Arbeit. Am Ende steht eine Aufforderung, was die Leser als Nächstes tun sollen, etwa Sie anzuschreiben oder sich ein Projekt anzusehen.

Der erste Satz entscheidet, ob jemand weiterliest. Er sollte in ein bis zwei Sätzen das Wichtigste nennen, ohne Rätsel aufzugeben. Ein Einstieg wie „Ich bin Produktdesignerin und entwickle Möbel für kleine Wohnungen“ ist klarer als ein allgemeiner Satz über Ihre Leidenschaft für gutes Design. Halten Sie Absätze kurz und nutzen Sie Zwischenüberschriften, wenn die Seite länger wird. So finden Leser schnell den Abschnitt, der sie interessiert.

In eigener Sprache schreiben

Schreiben Sie so, wie Sie sprechen, und verwenden Sie durchgehend „ich“. Formulierungen wie „leidenschaftlicher Unternehmer“ oder „innovatives Denken“ sagen wenig über Sie aus, weil sie auf viele Menschen zutreffen. Beschreiben Sie stattdessen eine Situation oder ein Projekt, aus der der Leser selbst schließen kann, wie Sie arbeiten. Wer zum Beispiel schreibt „Ich teste jedes Produkt vor der Veröffentlichung selbst, weil ich keine halben Sachen abgeben will“, zeigt Sorgfalt ohne Behauptung.

Halten Sie Sätze kurz und lesen Sie den Text nach dem Schreiben laut. An Stellen, an denen Sie stocken, fehlt meist der klare Gedanke. Legen Sie den Entwurf für einen Tag beiseite und überarbeiten Sie ihn dann mit frischem Blick. Dabei fallen Ihnen Wiederholungen und schwache Formulierungen auf, die beim Schreiben noch verborgen blieben.

Mit Abstand überarbeiten

Die Überarbeitung beginnt mit der Frage, ob der erste Satz funktioniert und ob jeder Absatz notwendig ist. Streichen Sie alles, was nicht zu Ihrem Ziel beiträgt, auch wenn es Ihnen gut gefällt. Prüfen Sie, ob die Seite die Fragen beantwortet, die sich Ihre Zielgruppe stellt, und ob Kontaktmöglichkeiten und Links funktionieren. Eine veraltete Angabe oder ein toter Link schaden Ihrer Glaubwürdigkeit mehr als ein fehlender Satz.

Holen Sie sich Feedback von jemandem, der Sie nicht gut kennt. Diese Person merkt am ehesten, welche Informationen fehlen oder unklar sind, weil sie nicht aus Ihrem Wissen ergänzt. Fragen Sie gezielt, was nach dem Lesen hängen bleibt und ob die Seite zum gewünschten Schritt einlädt. Aktualisieren Sie die Seite regelmäßig, denn ein Text, der Ihren aktuellen Stand nicht mehr abbildet, wirkt schnell nachlässig.


Frank Schmidt

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