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Geschenkideen fuer Menschen, die schon alles haben

Ein gutes Geschenk für jemanden, der sich alles kaufen kann, ist kein teures Gerät und keine ausgefallene Idee. Die Person wünscht sich einen Moment, den sie nicht selbst organisieren muss. Genau darin liegt die Chance.

Beobachten hilft: Was nutzt sie täglich? Was schiebt sie seit Monaten auf? Was lobt sie nebenbei? Solche Beobachtungen führen zu einem Geschenk, das konkret zu ihrem Leben passt. Die einfache Frage lautet: Womit hätte sie wenig Aufwand, aber echte Freude? Mit Zeit, Ordnung oder einer Sache, die sie ohnehin regelmäßig aufbraucht.

Gemeinsame Zeit mit festem Termin

Viele Menschen wünschen sich mehr Zeit mit denen, die ihnen nahestehen. Bundesweite Erhebungen zeigen: Über ein Drittel der Menschen wünscht sich mehr Zeit von Familie oder Freunden. Bei Jüngeren ist es sogar die Hälfte. Ein Geschenk muss deshalb kein Gegenstand sein. Es kann ein verbindlicher Termin sein.

Der Knackpunkt ist die Umsetzung. Ein Gutschein für etwas Gemeinsames, der irgendwann eingelöst werden soll, endet oft als Zettel in der Schublade. Besser ist ein konkreter Vorschlag: „Ich koche am Samstag Abend, wir treffen uns um sieben bei mir.“ Dazu zwei mögliche Ausweichtermine. Damit bleibt keine Organisationsarbeit an der beschenkten Person hängen. Wer eh schon alles hat, hat sehr oft auch schon viele Termine.

Passende Formate: ein gemeinsames Frühstück zur festen Zeit, ein Spaziergang mit einem bestimmten Ziel, ein Museumsbesuch, für den Sie schon Tickets besorgt haben. Auch gut: zusammen alte Fotos sortieren oder ein fester monatlicher Termin, etwa ein Kochabend am ersten Donnerstag. Eine Umfrage aus Norddeutschland fragte direkt nach: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, sich vor allem Zeit und gemeinsame Erlebnisse zu wünschen. Materielle Dinge nannte nur ein Bruchteil. Das passt zu einer aktuellen Erhebung des Bundesamts, nach der viele Menschen, vor allem jüngere Erwachsene, mehr Zeit mit Familie und Freundinnen wünschen.

Erlebnisse mit geringem Risiko

Ein Erlebnisgeschenk kann die Beziehung spürbar stärken. Es darf keinen Druck erzeugen. Wer Klettern überhaupt nicht mag, freut sich nicht über den Klettergutschein. Wer abends nicht mehr ausgeht, hat keine Verwendung für eine späte Kinovorstellung.

Drei Regeln helfen bei der Auswahl:

  1. Kurze Wege. Je näher das Erlebnis an der Wohnung liegt, desto geringer die Hürde.
  2. Geringer Zeitaufwand. Ein Vormittag oder Nachmittag ist einfacher zu planen als ein ganzer Tag.
  3. Bekannte Vorlieben. Berücksichtigen Sie, was die Person selbst oft tut oder selbst vorschlägt.

Ein gemeinsamer Museumsbesuch, ein früher Abend im Lieblingslokal oder ein Spaziergang mit anschließendem Café. Das sind kleine Erlebnisse mit wenig Risiko. Das Geschenk ist die Einladungskarte, in der schon alles geregelt ist: Zeit, Treffpunkt, Rückweg.

Verbrauchbares zeigt, dass Sie zuhören

Ein Geschenk, das man nicht rumstehen lässt, sondern wirklich aufbraucht, hat mehrere Vorteile: Es braucht keinen Platz, man kann es ruhig mehrfach schenken, und es zeigt, dass Sie beim Zuhören waren. Guacamole-Fans freuen sich über gute Avocados und Limetten. Kaffeeliebhaber über geröstete Bohnen aus einer bestimmten Rösterei. Menschen, die gern kochen, über ein ungewöhnliches Öl oder ein Gewürz, das sie selbst nicht kaufen würden.

Die Richtung stimmt, wenn das Geschenk zu dem passt, was die Person regelmäßig verbraucht. Ein Vorrat an Dingen, die die Person ohnehin nutzt, ist ein Geschenk, das die richtige Botschaft vermittelt: Ich habe bemerkt, was du magst. Ganz ohne Superlative und ohne Urteil, was nun das „beste“ Öl sei.

Hilfe, die entlastet, nicht bevormundet

Manchen Menschen fehlt nicht das Können, sondern die Zeit oder die Kraft. Konkrete Hilfe lässt sich verschenken: eine lästige Erledigung übernehmen, zu einem Behördentermin fahren, Unkraut im Beet jäten, alte Fotos sortieren. Entscheidend ist, dass das Geschenk klar begrenzt ist. Nicht „ich helfe dir im Haushalt“, sondern „ich komme am Samstag und bringe die Fenster im Wohnzimmer in Ordnung“. So weiß die beschenkte Person, worauf sie sich einlassen kann.

Wer aufmerksam zuhört, findet das richtige Geschenk

Manche Menschen brauchen kein neues Ding. Sie brauchen Entlastung. Ein Gutschein für einen Rasenmäher-Einsatz, für die Fahrt zur Werkstatt, für das Übernehmen einer ungeliebten Aufgabe klingt unromantisch, ist aber oft genau das, was wirklich hilft. Wer vier Dienstreisen im Monat hat und die Steuererklärung aufschiebt, freut sich über einen Nachmittag Hilfe mehr als über einen Deko-Artikel.

Auch hier gilt: konkret bleiben. Ein Angebot wie „Wir machen mal deinen Balkon“ bleibt vage. Besser: „Ich komme am Samstag mit einem Kasten Limo, wir räumen den Balkon zusammen auf und danach bestellen wir was.“

Verbrauchbares und Hilfe haben eines gemeinsam: Sie zeigen, dass jemand den Alltag des anderen kennt. Genau darum geht es.


Frank Schmidt

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