Standardseiten einer Website prüfen
Wenn Sie eine Website planen oder überarbeiten, hilft eine kurze Prüfliste. Zu den wichtigsten Seiten vieler Unternehmenswebsites zählen die Startseite und die Kontaktseite. Dazu kommen Angebotsseiten und eine Über-uns-Seite. Welche weiteren Seiten Sie brauchen, hängt von Ihrem Angebot und den Fragen Ihrer Besucher ab.
Jede Seite sollte eine klare Aufgabe haben und Besuchern den nächsten Schritt erleichtern. Prüfen Sie Impressum und Datenschutzhinweise gesondert. Welche Pflichten gelten, hängt unter anderem davon ab, wer die Website betreibt und wie sie Daten verarbeitet.
Startseite: Angebot verständlich machen
Auf der Startseite sollte schnell klar werden, wer die Website betreibt, was angeboten wird und für wen das Angebot gedacht ist. Besucherinnen und Besucher kommen über Suchmaschinen aber auch direkt auf Unterseiten. Deshalb muss die Startseite nicht allein dabei helfen, sich auf der ganzen Website zurechtzufinden.
- Erkennen Besucher auf den ersten Blick, wer das Angebot macht?
- Beschreibt die Seite das Angebot und die Zielgruppe in verständlichen Worten?
- Führt sie zu passenden nächsten Schritten, etwa zu Leistungen, einer Anfrage oder einem Kauf?
- Gibt es von jeder Seite aus einen gut auffindbaren Weg zurück zur Startseite?
Nielsen Norman Group empfiehlt, Zweck und Angebot der Website klar auf der Startseite zu vermitteln und die Rückkehr dorthin leicht zu machen. Prüfen Sie, ob Besucher auch von Unterseiten aus die wichtigsten Bereiche erreichen.
Angebotsseiten: Entscheidungen erleichtern
Beschreiben Sie wichtige Leistungen und Produkte jeweils auf einer eigenen, leicht auffindbaren Seite. Besucher sollten dort erfahren, was sie bekommen, für wen das Angebot passt und was sie als Nächstes tun können. In einem Online-Shop gehören dazu Angaben zum Produkt. Dazu zählen Preis und Verfügbarkeit sowie die Auswahlmöglichkeiten. Diese Hinweise betreffen vor allem Produktseiten und gelten nicht automatisch für jede Website.
- Gibt es für jedes zentrale Angebot eine passende Seite?
- Ist klar, für wen das Angebot gedacht ist und welchen Bedarf es abdeckt?
- Sind wichtige Merkmale, Voraussetzungen, Abläufe und Einschränkungen erklärt?
- Ist ein Preis oder Preisrahmen angegeben, wenn er für die Entscheidung relevant ist?
- Ist der nächste Schritt eindeutig, etwa eine Anfrage, Buchung oder Bestellung?
Bei einer Beratungsfirma kann jede größere Leistung eine eigene Seite bekommen. Dort sollte stehen, welches Problem die Leistung löst und wie Interessierte ein Gespräch anfragen. Für jede kleine Variante eine weitere Seite anzulegen, lohnt sich nur, wenn sie eine eigene Frage beantwortet.
Über uns: Anbieter greifbar machen
Eine Über-uns-Seite hilft Besuchern, das Angebot einzuordnen und nachzuvollziehen, wer dahintersteht. Nennen Sie konkrete Informationen, die für Ihre Zielgruppe relevant sind. Dazu können die Arbeitsweise, der Standort oder die Personen gehören, mit denen Kundinnen und Kunden zu tun haben.
- Erklärt die Seite in verständlicher Sprache, was die Organisation macht?
- Sind Hintergrund und Arbeitsweise nachvollziehbar?
- Werden Team, Standort oder Geschichte dort genannt, wo diese Angaben bei der Entscheidung helfen?
- Sind Aussagen und Bilder konkret und glaubwürdig?
Untersuchungen der Nielsen Norman Group zeigen, dass Nutzer auf Unternehmensseiten unter anderem nach Zweck, Standort und Kontaktmöglichkeiten suchen. Eine Über-uns-Seite kann diese Orientierung bieten. Sie ersetzt aber keine überprüfbaren Angaben oder unabhängigen Informationen.
Kontakt: Anfragen leicht machen
Kontaktmöglichkeiten gehören an erwartbare Stellen, zum Beispiel in die Hauptnavigation oder in die Fußzeile. Ein Formular ist eine Option, sollte aber nicht automatisch der einzige Weg sein, eine Frage zu stellen.
- Finden Besucher den Kontaktbereich ohne langes Suchen?
- Gibt es passende Wege wie E-Mail, Telefon oder ein Formular?
- Ist bei mehreren Standorten oder Ansprechpersonen klar, wohin eine Anfrage gehört?
- Funktioniert das Formular und verlangt es nur Angaben, die für die Anfrage nötig sind?
- Sind Öffnungszeiten oder Antwortzeiten genannt, wenn sie für die Kontaktaufnahme wichtig sind?
Eine Untersuchung der Nielsen Norman Group mit Geschäftsleuten, die Unternehmenswebsites besuchten, spricht dafür, Kontaktinformationen an erwartbaren Stellen anzubieten. Welche Angaben zum Anbieter gesetzlich vorgeschrieben sind, hängt von Ihrem Angebot ab. Prüfen Sie diese Pflicht getrennt davon, wie Sie die Kontaktseite gestalten.
Rechtliche Seiten: Pflichten einzeln prüfen
Prüfen Sie für Websites in Deutschland das Impressum und die Datenschutzhinweise getrennt von den Marketingseiten. Das Digitale-Dienste-Gesetz schreibt bestimmte Angaben zum Anbieter vor, wenn digitale Dienste geschäftsmäßig und in der Regel gegen Entgelt angeboten werden. Welche Angaben im Einzelfall nötig sind, hängt unter anderem davon ab, wer den Dienst anbietet und welche Tätigkeit damit verbunden ist.
- Haben Sie geprüft, ob die Informationspflichten nach § 5 DDG für Ihr Angebot gelten?
- Sind die für Ihren Fall einschlägigen Anbieterangaben vorhanden und aktuell?
- Ist das Impressum leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar?
- Stimmen Name, Anschrift, Rechtsform und Vertretungsangaben mit den tatsächlichen Verhältnissen überein?
- Haben Sie zusätzliche Angaben geprüft, falls Zulassungen oder besondere Berufsregeln gelten?
Die Datenschutzhinweise müssen außerdem beschreiben, was auf der Website tatsächlich mit personenbezogenen Daten geschieht. Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt solche Informationen, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein allgemeiner Textbaustein reicht nicht aus, wenn die Website zum Beispiel Formulare, Analysewerkzeuge oder eingebettete Dienste nutzt.
- Beschreiben die Hinweise, welche personenbezogenen Daten tatsächlich verarbeitet werden?
- Sind Zwecke und Empfänger beziehungsweise Empfängerkategorien berücksichtigt?
- Passen die Angaben zu Formularen, Analysewerkzeugen und eingebetteten Inhalten?
- Erhalten Besucher die nötigen Informationen zum passenden Zeitpunkt?
- Ist erklärt, wie Datenschutzanfragen gestellt werden können?
Diese Punkte geben eine erste Orientierung, ersetzen aber keine rechtliche Prüfung Ihres Einzelfalls.
Zusatzseiten: Nur bei echtem Bedarf
Ergänzende Seiten sind sinnvoll, wenn sie wiederkehrende Fragen beantworten oder Besuchern eine wichtige Entscheidung erleichtern. Eine FAQ-Seite lohnt sich zum Beispiel, wenn Besucher regelmäßig mehrere konkrete Fragen stellen. Gibt es solche Fragen nicht, bringt eine leere oder allgemeine FAQ-Seite wenig.
- Preise: Brauchen Besucher Preise oder Preisrahmen, um Angebote einzuordnen?
- Häufige Fragen: Gibt es wiederkehrende Fragen, die sich knapp und eindeutig beantworten lassen?
- Referenzen: Gibt es freigegebene Beispiele, anhand derer Besucher eine Entscheidung besser nachvollziehen können?
- Team oder Standorte: Suchen Besucher nach bestimmten Personen, Filialen oder regionalen Kontaktdaten?
- Hilfe: Gibt es laufenden Bedarf an Support- oder Serviceinformationen?
- Shop: Benötigt jedes Produkt eine Detailseite mit Angaben, die Kauf und Vergleich unterstützen?
Legen Sie keine Seiten nur deshalb an, weil andere Websites sie haben. Für einen kleinen Dienstleistungsbetrieb reichen oft wenige gut gepflegte Seiten. Ein Shop braucht dagegen in der Regel eigene Produktseiten und Informationen zum Bestellen. Welche Vertrags- und Shopinformationen nötig sind, hängt vom konkreten Angebot ab; vorgeschrieben sind sie nicht für jede Website.
404-Seite: Rückweg anbieten
Eine 404-Seite wird angezeigt, wenn die aufgerufene Seite nicht gefunden wird. Sie gehört nicht ins Hauptmenü, sollte Besuchern aber einen Weg zurück bieten.
- Erklärt die Seite verständlich, dass der gesuchte Inhalt nicht gefunden wurde?
- Führt sie zur Startseite oder zu wichtigen Bereichen zurück?
- Passt sie sichtbar zum übrigen Auftritt?
- Wird bei dauerhaft entfernten Seiten der passende technische Statuscode ausgegeben?
Google empfiehlt eine klare Erklärung und hilfreiche Rückwege, etwa zur Startseite oder zu wichtigen Inhalten. Prüfen Sie auch Links, die auf der eigenen Website ins Leere führen.
Seiten gemeinsam prüfen
Navigation, Titel und Überschriften helfen Besuchern, sich auf jeder Seite zu orientieren. Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) enthalten Anforderungen an konsistente Navigation und aussagekräftige Seitentitel. Eine klare Überschriftenstruktur unterstützt ebenfalls die Orientierung.
- Bleibt die Navigation über mehrere Seiten hinweg konsistent?
- Beschreibt der Seitentitel den jeweiligen Inhalt?
- Sind Überschriften logisch geordnet und aussagekräftig?
- Lassen sich wichtige Inhalte und Wege auch ohne rein visuelle Orientierung erkennen?
Prüfen Sie die Website aus Sicht einer Person, die direkt auf einer Unterseite landet. Die Person sollte erkennen, wo sie sich befindet, was die Seite bietet und wie sie Kontakt aufnehmen oder zu einem passenden Bereich wechseln kann.