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Die größten Fettnäpfchen beim Schenken vermeiden

Vor Weihnachten, Geburtstagen oder Jubiläen stehen Sie ratlos vor dem Regal, die Zeit drängt: Das Geschenk soll Freude machen statt Verlegenheit. Die meisten Schenk-Fehler passieren, weil Sie unsicher sind. Wer die typischen Stolperfallen kennt, trifft bessere Entscheidungen und spart sich das ungute Gefühl beim Auspacken.

Gutscheine nicht pauschal verteufeln

Gutscheine haben einen schlechten Ruf, weil sie oft lieblos wirken. Ein Gutschein für ein bekanntes Online-Kaufhaus sagt dem Empfänger: Ich hatte keine Zeit und keine Idee. Es kommt darauf an, wie Sie den Gutschein überreichen. Ein Gutschein für das Lieblingsrestaurant, den Buchladen um die Ecke oder einen Kurs, den sich die Person schon lange wünscht, zeigt, dass Sie zugehört haben. Wichtig ist, dass der Gutschein zur Person passt. Ein allgemeiner Warenhaus-Gutschein wirkt beliebig, ein gezielter Gutschein für ein konkretes Erlebnis oder Geschäft wirkt überlegt. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Gutschein ankommt, fragen Sie vorher diskret nach, ob die Person so etwas nutzen würde.

Die Preisklasse richtig einschätzen

Zu teuer ist genauso unangenehm wie zu billig. Ein Geschenk, das deutlich teurer ist, als die Gegenseite zurückgeben kann, setzt den Empfänger unter Druck. Umgekehrt wirkt ein sehr günstiges Geschenk bei einem Anlass, an dem üblicherweise mehr erwartet wird, wie eine Abwertung. Die Faustregel: Orientieren Sie sich an dem, was in Ihrer Beziehung üblich ist, und nicht an dem, was Sie sich leisten könnten. Bei Kollegen oder entfernten Bekannten ist eine moderate Summe angemessen, bei engen Freunden oder der Familie darf es persönlicher und auch wertvoller sein. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie im Freundeskreis oder in der Familie, was dort üblich ist.

Hobbys und Interessen treffen statt raten

Sie schenken etwas, das Sie selbst toll finden, aber zum Empfänger nicht passt. Ein Buch über Wein an jemanden, der keinen Alkohol trinkt, oder ein Kochbuch an eine Person, die nie kocht, sind typische Beispiele. Achten Sie im Alltag darauf, wovon die Person spricht, was sie in ihrer Freizeit macht und worüber sie sich freut. Wenn Sie nichts Konkretes wissen, fragen Sie direkt: Was würden Sie sich denn wünschen? Viele Menschen beantworten diese Frage ehrlich, und Sie vermeiden den Fehlkauf. Wer partout nicht fragen will, kann auf zeitlose Klassiker wie gute Schokolade, einen schönen Kalender oder hochwertige Pflegeprodukte zurückgreifen, die selten komplett danebenliegen.

Doppelte Geschenke und ungewollte Wiederholungen

Nichts ist peinlicher, als wenn zwei Gäste dasselbe Geschenk mitbringen oder Sie etwas schenken, das die Person schon besitzt. Bei größeren Anlässen wie Hochzeiten oder runden Geburtstagen gibt es oft Wunschlisten, die Sie nutzen sollten. Bei privaten Feiern hilft eine Absprache mit anderen Gästen: Fragen Sie kurz nach, wer was schenkt, dann vermeiden Sie Überschneidungen. Auch der Blick auf die Wohnung des Empfängers lohnt sich: Steht schon eine Kaffeemaschine auf der Arbeitsplatte, ist eine zweite keine gute Idee. Wenn Sie unsicher sind, ob etwas schon vorhanden ist, fragen Sie den Partner oder eine enge Vertraute der Person.

Persönliche Noten statt Massenware

Ein Geschenk, das jeder bekommen könnte, vergisst man schnell. Eine personalisierte Karte mit einem ehrlichen Wunsch, ein selbst gebackener Kuchen oder ein Foto aus gemeinsamer Zeit machen aus einem einfachen Gegenstand ein Erinnerungsstück. Das muss nicht aufwendig sein: Eine handgeschriebene Karte kostet wenig und wirkt oft wertvoller als das Geschenk selbst. Achten Sie darauf, dass die persönliche Note zum Anlass passt. Bei einem Kollegen, den Sie kaum kennen, ist ein privates Foto unpassend, bei der besten Freundin genau richtig. Sie müssen einschätzen, wie nah Sie der Person stehen.

Verpackung und Überreichung nicht unterschätzen

Ein lieblos in Zeitungspapier gewickeltes Geschenk wirkt desinteressiert, auch wenn der Inhalt gut ist. Sie müssen kein Profi im Geschenkpapier-Falten sein, aber ein sauberes Papier, ein Band oder eine hübsche Tüte machen einen Unterschied. Genauso wichtig ist die Übergabe: Überreichen Sie das Geschenk persönlich und sagen Sie kurz, warum Sie es ausgewählt haben. Ein Geschenk, das einfach auf den Tisch gelegt wird, verliert seine Wirkung. Wenn Sie das Geschenk verschicken, nehmen Sie eine stabile Verpackung und schreiben Sie einen Gruß, der den Empfänger erreicht, bevor das Paket ankommt.


Frank Schmidt

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