Sieben Fehler beim Schenken
Bei Geschenken zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu anderen Anlässen kommt es auf die Wünsche der Person, Ihre Beziehung zu ihr, Ihr Budget und ihren Alltag an. Besonders passend ist ein Geschenk, das beim Auspacken Freude macht und später genutzt wird.
Studien zum Schenken zeigen typische Fehler. Welche davon ins Gewicht fallen, hängt von der Person und der Situation ab. Mit den folgenden sieben Punkten können Sie Ihre Geschenkidee besser auf die Person abstimmen.
Einen Wunsch übergehen
Ein ausdrücklich genannter Wunsch wirkt vielleicht wenig überraschend. Trotzdem schätzen Beschenkte gewünschte Geschenke oft mehr als ungefragte Alternativen. Eine Untersuchung mit fünf Studien ergab außerdem, dass Schenkende diesen Vorteil häufig unterschätzen.
Wenn auf der Wunschliste ein bestimmtes Buch, Küchenutensil oder Pflegeprodukt steht, nehmen Sie den Hinweis ernst. Eine persönliche Karte oder eine kleine passende Ergänzung sorgt für eine eigene Note, ohne den Wunsch zu ersetzen. Fehlt eine Liste, fragen Sie nach einer Kategorie oder einem konkreten Bedarf, etwa nach etwas für ein Hobby oder den Arbeitsweg.
Nur ans Auspacken denken
Ein Geschenk kann beim Überreichen für Staunen sorgen und danach ungenutzt bleiben. Eine Übersicht über mehrere Forschungsarbeiten zeigt: Schenkende achten stärker auf den Moment der Übergabe, Beschenkte stärker darauf, ob sie das Geschenk später nutzen.
Prüfen Sie deshalb, ob der Gegenstand zum Alltag passt. Bei einem Küchengerät zählt zum Beispiel, ob die Person dafür Platz hat und es tatsächlich verwenden möchte. Bei einem Erlebnis gehören Anreise, Terminwahl und Teilnahmebedingungen zur Geschenkidee. Ein Konzertbesuch ist wenig hilfreich, wenn der Termin nicht passt und ein Umtausch ausgeschlossen ist.
Mit dem Preis beeindrucken wollen
Ein hoher Preis signalisiert für Schenkende oft besondere Großzügigkeit. Beschenkte schätzen ein Geschenk mit höherem Preis jedoch nicht automatisch stärker. In einer Studie überschätzten Schenkende, wie stark der Preis die Wertschätzung beeinflusst.
Legen Sie Ihr Budget so fest, dass es zum Anlass und zu Ihrer Beziehung zur beschenkten Person passt. Berücksichtigen Sie dabei auch Ihre eigenen Möglichkeiten. Für eine Kollegin passt vielleicht eine gute Kleinigkeit, während Sie für einen engen Freund ein gemeinsames Erlebnis planen. Ein Geschenk, das einen konkreten Wunsch trifft, ist häufig sinnvoller als ein teures Produkt, das nur durch seine Marke auffällt. Auch ein kostspieliges Geschenk kann unangenehm wirken, wenn es die andere Person unter Zugzwang setzt.
Zu eng personalisieren
Ein sehr spezielles Geschenk soll zeigen, wie gut Sie jemanden kennen. Wenn Ihre Einschätzung der Vorlieben aber nicht stimmt, bleibt wenig Spielraum. In einer Studie lösten Beschenkte eng zugeschnittene Gutscheine später ein als allgemeinere. Die Gutscheine verfielen dadurch nicht. Eine eingeschränkte Auswahl kann die Einlösung erschweren.
Wenn Sie den Geschmack der Person gut kennen, spricht nichts gegen eine gezielte Wahl, etwa Zubehör für ein vertrautes Hobby. Bei unsicherem Geschmack ist ein Gutschein mit mehreren passenden Optionen flexibler als ein Gutschein für eine einzelne Veranstaltung oder ein bestimmtes Geschäft. Für eine weniger vertraute Person ist auch eine offene Einladung besser als ein fest gebuchter Termin.
Ein bewährtes Geschenk meiden
Manche Schenkende suchen jedes Mal etwas Neues, damit das Geschenk nicht einfallslos wirkt. Eine Untersuchung mit neun Studien ergab jedoch, dass Beschenkte ein früheres Geschenk häufig gern erneut erhalten, wenn es weiterhin zu ihren Vorlieben passt.
Wenn Sie wissen, dass eine bestimmte Teesorte, ein bestimmtes Buchgenre oder ein Restaurantbesuch gut ankam, dürfen Sie daran anknüpfen. Sie können eine neue Variante wählen oder etwas Passendes ergänzen. Wiederholen Sie das Geschenk allerdings nur, wenn es tatsächlich genutzt und geschätzt wurde. Ein früheres Fehlgeschenk wird durch Wiederholung nicht besser.
Ein Erlebnisgeschenk falsch planen
Erlebnisgeschenke können eine Beziehung stärken. Schenkende wählen Erlebnisgeschenke eher für Menschen aus, die ihnen nahestehen, weil sie dafür mehr über deren Vorlieben wissen müssen. Die Tendenz zeigte sich in einer Untersuchung mit acht Studien. Eine separate Studie zu tatsächlichen Geschenkübergaben ergab, dass Erlebnisse die Beziehung stärker festigten als materielle Geschenke.
Wählen Sie das Erlebnis nach Interesse und Lebensumständen aus. Für eine Freundin, die gern kocht, passt vielleicht ein gemeinsamer Kochkurs. Bei einem Bekannten, dessen Freizeit Sie kaum kennen, ist ein Gutschein mit freier Terminwahl sicherer als ein fest gebuchter Ausflug. Berücksichtigen Sie auch die Anreise. Denken Sie an die Begleitung und prüfen Sie mögliche Einschränkungen bei der Teilnahme.
Eigene Werte beim Schenken nicht voraussetzen
Eine Spende im Namen der beschenkten Person oder ein besonders symbolisches Geschenk kann viel bedeuten. Es passt aber nur dann, wenn die andere Person den Zweck teilt. Eine Studie ergab, dass Schenkende überschätzten, wie sehr weniger nahestehende Personen sozial verantwortliche Geschenke schätzen. Bei engen Freunden unterschätzten Schenkende diese Wertschätzung teilweise.
Überlegen Sie, ob die beschenkte Person selbst Interesse an der Organisation oder dem Thema gezeigt hat. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie nach oder geben Sie eine Wahlmöglichkeit. Eine Spende kann zum Beispiel gut ankommen, wenn die Person eine bestimmte Organisation unterstützt. Ohne diesen Hinweis ist ein Geschenk mit ähnlicher Bedeutung, etwa ein Produkt aus einer ihr wichtigen Initiative, womöglich passender.