Wer eine Taufe, Erstkommunion, Firmung oder Hochzeit vor sich hat, kennt die Frage: Was schenke ich? Bei christlichen Anlässen zählt nicht der Preis, sondern die Botschaft. Ein Geschenk soll dem Beschenkten zeigen, dass man seinen Glauben und seinen Lebensweg ernst nimmt. Christliche Geschenke sind dafür ideal. Sie verbinden eine persönliche Botschaft mit einem Symbol, das den Beschenkten noch lange begleitet.
Unter Devotionalien versteht man religiöse Gegenstände wie Kerzen, Kreuze, Rosenkränze oder Bildnisse. Sie sind seit Jahrhunderten Teil der christlichen Tradition und werden zu den großen Sakramenten verschenkt. Daneben gibt es aber auch moderne und spielerische Geschenke, die den Glauben auf andere Weise aufgreifen. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Anlässe vor, nennt passende Geschenkideen und zeigt, worauf Sie beim Kauf achten sollten. Sie finden außerdem Tipps für kleine Budgets und typische Fehler, die Sie vermeiden können.
Erstkommunion: Das Gotteslob und andere Klassiker
Die Erstkommunion ist für viele Kinder der erste große Höhepunkt im Glauben. Traditionell gehört das Gotteslob dazu. Dieses Gebets- und Gesangsbuch gibt es in regional unterschiedlichen Varianten. Achten Sie darauf, das Exemplar zu kaufen, das in der örtlichen Gemeinde verwendet wird. Die Diözese bestimmt, welche Ausgabe im Gottesdienst genutzt wird. Wer hier die falsche Version erwischt, hat ein Buch, das im Religionsunterricht und in der Kirche nicht verwendet wird.
Seit der Neuauflage 2013/2014 unterscheidet sich das Gotteslob deutlich vom Vorgängermodell aus dem Jahr 1975. Der Liederteil enthält neben deutschen und lateinischen Gesängen erstmals auch ein englischsprachiges Lied. Wer ein gebrauchtes Exemplar verschenkt, sollte wissen, dass der Inhalt nicht mehr überall aktuell ist. Am sichersten ist es, die neueste Auflage zu kaufen.
Neben dem Gotteslob sind die Kommunionskerze und das Kommunionskreuz beliebte Geschenke. Die Kerze wird oft am Taufstock entzündet und erinnert das Kind auch später noch an seinen großen Tag. Das Kreuz kann schlicht oder verziert sein und findet seinen Platz im Kinderzimmer. Beide Geschenke sind auch für Kinder geeignet, die noch nicht lesen können.
Wer etwas Spielerisches schenken möchte, liegt mit dem religiösen Stadt, Land, Fluss-Spiel richtig. Das Kind übt dabei sein Wissen über christliche Orte und lernt spielerisch dazu. Das ist eine schöne Abwechslung zu den klassischen Devotionalien und kommt vor allem bei Kindern gut an, die mit ruhigen Geschenken wenig anfangen können.
Auswahlkriterien für die Erstkommunion
- Diözese und Gemeinde: Das Gotteslob muss zur örtlichen Ausgabe passen. Fragen Sie im Zweifel in der Gemeinde nach.
- Alter und Lesefähigkeit: Ein Buch ist nur sinnvoll, wenn das Kind schon lesen kann. Jüngere Kinder freuen sich mehr über eine Kerze oder ein Kreuz.
- Eigener Geschmack: Kerzen und Kreuze gibt es in vielen Designs. Wenn möglich, lassen Sie das Kind mitentscheiden.
Budget- und Beziehungsvarianten
- Kleines Budget: Eine schlichte Kommunionskerze oder ein kleines Kreuz.
- Mittleres Budget: Das Gotteslob in der aktuellen Auflage.
- Größeres Budget: Gotteslob und dazu eine personalisierte Kerze mit Namen und Datum.
Eltern schenken oft das Gotteslob, weil sie den Alltag mit dem Kind begleiten. Großeltern und Paten können sich mit einer Kerze oder einem Schmuckstück einbringen. Freunde der Familie greifen gerne zu einem Buch oder dem religiösen Spiel.
Hochzeit: Kerzen, Bibeln und der hölzerne Rosenkranz
Eine Hochzeit ist ein Fest der Liebe, und christliche Geschenke passen wunderbar zu diesem Anlass. Die Hochzeitskerze gehört zu den schönsten Ideen. Sie trägt meist die Zahlen von eins bis fünfzig. An jedem Hochzeitsjubiläum wird ein Jahresring abgebrannt. Das Paar kann dann auf die vergangene Zeit zurückblicken und dankbar sein.
Die meisten Hochzeitskerzen sind mit ineinander verschlungenen Ringen, einer Taube oder einem Kreuz verziert. Auch der Ichthys, das Fischsymbol, kommt zum Einsatz. Protestanten wählen dieses Symbol besonders häufig. Achten Sie also auf die Konfession des Paares, wenn Sie eine Kerze aussuchen.
Eine Bibel darf auf keinem Gabentisch fehlen. Heilige Schriften werden in vielen Designs angeboten, von schlicht bis edel. Hat das Paar bereits Kinder oder ist baldiger Nachwuchs zu erwarten, ist die Familienbibel die richtige Wahl. Die darin enthaltenen Geschichten eignen sich auch zum Vorlesen und begleiten die Familie über viele Jahre.
Im süddeutschen Raum ist es üblich, einem Brautpaar einen großen, hölzernen Rosenkranz zu überreichen. Er wird über dem Ehebett angebracht und soll das Paar beschützen. Wer diese Tradition kennt, kann mit diesem Geschenk viel Freude bereiten. Wer das Paar nicht gut genug kennt, sollte vorher vorsichtig nachfragen, ob ein solcher Rosenkranz gewünscht ist.
Auswahlkriterien für die Hochzeit
- Konfession: Der Ichthys ist vorwiegend bei Protestanten beliebt, der Rosenkranz eher im katholischen Umfeld.
- Familienstand: Hat das Paar schon Kinder oder plant welche? Dann ist die Familienbibel die bessere Wahl.
- Wohnsituation: Ein großer Rosenkranz braucht einen passenden Platz, der in einer kleinen Wohnung nicht immer zu finden ist.
Budget- und Beziehungsvarianten
- Kleines Budget: Eine schlichte Bibel oder eine kleine Kerze.
- Mittleres Budget: Eine verzierte Hochzeitskerze mit Jahresringen.
- Größeres Budget: Ein großer Rosenkranz oder eine Familienbibel in hochwertiger Ausgabe.
Die Eltern des Brautpaares schenken oft etwas Traditionelles wie den Rosenkranz. Freunde greifen eher zu einer Kerze oder einem Buch. Wer mit dem Paar eng verbunden ist, kann eine Familienbibel mit persönlicher Widmung schenken.
Firmung und Konfirmation: Schmuck, Reisen und Selbstgemachtes
Mit der Firmung oder Konfirmation wird der Jugendliche in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Christliche Geschenke zu diesem Anlass sollen unterstreichen, dass man jetzt kein Kind mehr ist. Deshalb überreichen Firmpate oder Patentante traditionell ein Schmuckstück. Kettchen oder Armbänder mit einem Kreuzanhänger oder in Gestalt einer Taube gehören zu den Klassikern.
Schmuck begleitet den Jugendlichen lange und ist deshalb eine gute Wahl. Achten Sie auf den Stil des jungen Menschen. Wer eher schlicht mag, freut sich über ein dezentes Kreuz. Wer modischen Schmuck bevorzugt, kann mit einem modernen Design mehr Freude bereiten.
Wer mit dem Firmling schöne, erlebnisreiche Tage verbringen möchte, unternimmt eine Reise zu einem bekannten Pilgerort. Die Bistümer organisieren Pilgerfahrten nach Altötting oder Lourdes. Man kann auch selbst dorthin reisen. Eine solche Reise ist mehr als ein Geschenk: Sie schafft gemeinsame Erinnerungen und vertieft den Glauben.
Zur Konfirmation ist ein Buch über den christlichen Glauben genauso gut geeignet wie etwas Selbstgebasteltes. Eine schöne Idee: Sie suchen Bibelstellen heraus, die zur Situation des jungen Menschen passen, und schreiben sie in ein Fotoalbum. In das Album kleben Sie Erinnerungsbilder an gemeinsame Unternehmungen. So entsteht ein sehr persönliches Geschenk, das dem Jugendlichen zeigt, wie wichtig er oder sie Ihnen ist.
Auswahlkriterien für Firmung und Konfirmation
- Stil des Jugendlichen: Schmuck muss zum persönlichen Geschmack passen. Im Zweifel wählen Sie lieber ein schlichtes Stück.
- Beziehung: Paten schenken traditionell Schmuck. Freunde und weitere Verwandte können sich mit Büchern oder Erlebnissen einbringen.
- Zeit und Budget: Eine Pilgerreise ist ein großes Geschenk, das gut geplant sein will.
Budget- und Beziehungsvarianten
- Kleines Budget: Ein selbst gestaltetes Fotoalbum mit Bibelstellen.
- Mittleres Budget: Ein Buch über den Glauben oder ein schlichtes Schmuckstück.
- Größeres Budget: Eine Pilgerreise oder ein hochwertiges Schmuckstück.
Der Firmpate oder die Patentante ist traditionell für den Schmuck zuständig. Großeltern können eine Pilgerreise mitfinanzieren oder ein Buch schenken. Freunde der Familie basteln gerne ein persönliches Album.
Taufe und Geburt: Kettchen, Namenspatrone und Bilder
Mit der Taufe wird man in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Um dieses Sakrament zu bekräftigen, schenken viele Paten ihrem Täufling ein Gott-schütze-dich. Die kleinen Hals-, Arm- oder Beinkettchen tragen einen Anhänger mit diesem Schriftzug. Sie sind nur für Babys gedacht. Dass das Kind herauswächst, spielt keine Rolle. Das Kettchen wird traditionell zeitlebens aufbewahrt, auch wenn es nicht mehr getragen wird. Es erinnert an die ersten Monate und den Tauftag.
Wer möchte, lässt auf dem Anhänger den Namen des Kindes und eine Widmung des Paten gravieren. Das macht das Geschenk noch persönlicher. Viele Juweliere bieten diese Gravur direkt an. Planen Sie etwas Zeit ein, denn die Gravur dauert oft ein paar Tage.
Mehr ein Geschenk für die Eltern als für den neuen Erdenbürger ist ein Buch über den Namenspatron. Wenn das Kind später lesen kann, findet es dort Interessantes über den Heiligen, nach dem es benannt ist. Das Buch kann also schon früh verschenkt werden und begleitet das Kind über Jahre.
Eine stimmige Ergänzung zu einem solchen Buch ist ein Namenspatronbildnis. Die Gemälde sind in hübschen Rahmen erhältlich und gehören in den Herrgottswinkel. So nennt man die traditionelle Gebetsecke im Haus, in der oft Kreuze und Bilder hängen. Hängen dort bereits die Namenspatrone von Mutter und Vater, ist das Bildnis das perfekte Geschenk zur Geburt eines Kindes. Es ergänzt die bestehende Sammlung und schafft eine schöne familiäre Tradition.
Auswahlkriterien für Taufe und Geburt
- Namenspatron: Das Buch und das Bildnis müssen zum Namen des Kindes passen.
- Gravur: Name und Widmung machen das Kettchen persönlich. Achten Sie auf die richtige Schreibweise.
- Herrgottswinkel: Fragen Sie die Eltern, ob dort schon Namenspatrone hängen. Dann ist das Bildnis eine perfekte Ergänzung.
Budget- und Beziehungsvarianten
- Kleines Budget: Ein Buch über den Namenspatron.
- Mittleres Budget: Ein Gott-schütze-dich-Kettchen mit Gravur.
- Größeres Budget: Kettchen plus Namenspatronbildnis im Rahmen.
Paten schenken traditionell das Gott-schütze-dich. Großeltern können das Namenspatronbildnis beisteuern. Freunde der Familie greifen gerne zu einem Buch.
Typische Fehler beim Kauf christlicher Geschenke
Auch mit den besten Absichten kann beim Geschenkekauf einiges schiefgehen. Diese Fehler kommen häufig vor:
- Die falsche Gotteslob-Ausgabe. Das Gebets- und Gesangsbuch erscheint in regionalen Varianten. Wer die falsche Diözesanausgabe kauft, verschenkt ein Buch, das in der Gemeinde des Kindes nicht genutzt wird.
- Die veraltete Auflage. Das Gotteslob von 1975 unterscheidet sich deutlich von der Neuauflage 2013/2014. Wer ein älteres Modell verschenkt, sollte sich sicher sein, dass das in Ordnung ist.
- Schmuck ohne Bezug zur Konfession. Der Ichthys ist vorwiegend bei Protestanten beliebt, der Rosenkranz eher im katholischen Umfeld. Wer unsicher ist, fragt nach oder wählt ein neutrales Symbol wie das Kreuz.
- Geschenke, die nicht zum Alter passen. Ein Gotteslob ist für ein Kind, das noch nicht lesen kann, wenig hilfreich. Eine Pilgerreise ist für einen Jugendlichen ein Erlebnis, für ein Kleinkind aber ungeeignet.
- Die Gravur vergessen. Beim Gott-schütze-dich macht die Gravur mit Namen und Widmung den Unterschied. Ohne Gravur wirkt das Geschenk austauschbar.
Christliche Geschenke mit kleinem Budget
Christliche Geschenke müssen nicht teuer sein. Viele schöne Ideen lassen sich mit wenig Geld umsetzen:
- Kerzen: Eine schlichte Kommunionskerze oder Hochzeitskerze ist oft schon für wenig Geld zu haben.
- Bücher: Das Gotteslob oder ein Buch über den Glauben sind preiswerte Klassiker.
- Selbstgemachtes: Ein Fotoalbum mit Bibelstellen kostet fast nichts und ist trotzdem sehr persönlich.
- Kleine Symbole: Ein schlichtes Kreuz oder eine Kette mit Anhänger gibt es auch in günstigen Varianten.
Wichtig ist nicht der Preis, sondern die Botschaft. Ein selbst gestaltetes Geschenk kann mehr bedeuten als ein teures Schmuckstück, wenn es von Herzen kommt.
Fazit: Das passende Geschenk für jeden Anlass
Christliche Geschenke begleiten die wichtigsten Stationen im Leben eines Gläubigen. Zur Erstkommunion gehören Gotteslob, Kerze und Kreuz. Zur Hochzeit passen Hochzeitskerze, Bibel und im Süden der hölzerne Rosenkranz. Firmlinge und Konfirmanten freuen sich über Schmuck, Pilgerreisen oder selbst gestaltete Alben. Und zur Taufe sind Gott-schütze-dich-Kettchen, Namenspatronbücher und Bildnisse die Klassiker.
Achten Sie beim Kauf auf die Konfession, das Alter und den persönlichen Stil des Beschenkten. Fragen Sie im Zweifel nach, statt zu raten. Und denken Sie daran: Ein christliches Geschenk ist dann gelungen, wenn es zeigt, dass Sie den Menschen und seinen Glauben ernst nehmen. Ob groß oder klein, teuer oder selbst gemacht, entscheidend ist die Botschaft dahinter.


